In der Vulkaneifel, zwischen den Maaren und ruhenden Kratern, liegt ein Ort, an dem das Wasser aus dem schwarzen Basalt kommt — und Jesuitenquelle heißt.
Der Name geht nicht auf eine Marketing-Idee zurück. Er ist alt. Bereits im 18. Jahrhundert wird die Quelle in den Akten des Trierer Kurfürstentums erwähnt — damals noch unter ihrem lateinischen Namen Fons Iesuitarum.
Wer der Quelle ihren Namen gab, ist bis heute unklar. Die offizielle Erklärung: Jesuiten aus dem nahegelegenen Kollegium Münstereifel sollen sie als Wallfahrtsstation genutzt haben. Eine plausible, aber dünne Geschichte. Die Akten dazu sind erstaunlich knapp.
Was die Geologen sagen
Die Eifel ist die einzige aktive Vulkanregion Deutschlands — wenn auch eine sehr ruhige. Unter Wallenborn drücken Gase aus dem Erdinneren CO₂ durch die Bodenschichten. Das CO₂ löst Mineralien aus dem Basalt — Eisen, Calcium, Magnesium — und das Wasser, das an die Oberfläche kommt, ist mineralisch dicht, leicht prickelnd, von dunkler Farbe.
Lokale Anwohner haben die Quelle seit Generationen für Heilbäder genutzt. Heute ist sie ein offizieller geologischer Wanderpunkt mit Schautafeln. Du kannst direkt hinwandern.
Was die Akten verschweigen
Was die offizielle Geschichte nicht erklärt: Warum heißen ähnliche Quellen in anderen deutschen Mittelgebirgen ebenfalls "Jesuitenquellen"? Wer dokumentierte sie zuerst? Und warum tauchen in den Jesuiten-Generalakten vor der Auflösung 1773 verschlüsselte Hinweise auf "die deutschen Quellen" auf — Hinweise, die nach 1773 plötzlich aus der offiziellen Korrespondenz verschwinden?
Hier endet die Faktenlage. Hier beginnt unsere Geschichte.
— Anfahrt —
Du willst hin?
Die Jesuitenquelle liegt etwa 800 Meter südlich von Wallenborn, am Fuß der Vulkankrater "Wallenborner Maar". Parkplatz an der Hauptstraße, dann beschilderter Wanderweg ca. 15 Minuten. Beste Zeit: Herbst, früh am Morgen, wenn der Nebel zwischen den Bäumen hängt.
Tipp: Mach ein Foto, schick es an [email protected] — wir featuren Besucher-Bilder.